Donnerstag, 31. Dezember 2020

Moving Day!

Ghosthouse inc. findet ihr ab sofort bei Letterboxd: https://letterboxd.com/ghosthouse_inc/ 

In letzter Zeit ist es hier ruhig geworden. Um das Ganze wieder etwas zu beleben und auch mehr Interaktion möglich zu machen, zieht Ghosthouse inc. ab sofort zu Letterboxd um. Wer weiterhin nur ein paar Reviews lesen möchte, kann dies ohne Anmeldung unter dem oben genennten Link tun. Wer mitdiskutieren will kann sich dort auch kostenlos anmelden. 

Bis bald und guten Rutsch!

Mittwoch, 18. März 2020

Unhinged

Fakten:
Originaltitel: Unhinged
Länge: 79 Min.
Erscheinungsjahr: 1982
Produktionsland: USA
Regie: Don Gronquist
Darsteller: Laurel Munson, Janet Penner, Sara Ansley
Vertrieb: Platinum (DVD)
FSK: 18
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Die drei Freundinnen Terry, Nancy und Gloria sind auf dem Weg zu einem Musikfestival als sie mit dem Auto von der Straße abkommen und in der Leitplanke enden. Als sie wieder zu sich kommen finden sie sich in einem abgelegenen Herrenhaus wieder, welches nur von Marion und ihrer tyrannischen Mutter bewohnt wird. Bevor sie Hilfe holen können müssen sie noch darauf warten, dass der Sturm vorüber zieht. Während dessen stellt Terry fest, dass merkwürdige Dinge in dem Haus vorgehen.

Filmbesprechung:
Während der Blütezeit des Slasher Films, Anfang der achtziger Jahre, wurde dieser Low Budget Horror Film von Don Gronquist veröffentlicht. Ein Indie-Film, der seinen Bekanntheitsgrad vorrangig seinem Ruf als „Video Nastie“ verdankt. 1983 verbannte Großbritannien 72 Filme aus den Videoregalen, da sie als anstößig galten und angeblich zum Zerfall der moralischen Werte beitrugen. Diese unbeabsichtigte „Auszeichnung“ bewahrte damals viele der Filme, die teilweise recht kostengünstige Produktionen ohne große Vermarktung waren, davor in Vergessenheit zu geraten. Dazu zählt auch „Unhinged“. Zum Glück kann man nur sagen, da man diesem Film als Genre Fan durchaus eine Chance geben sollte.

Bei einem Budget von nur rund 100.000 Dollar darf man natürlich keine Hochglanzproduktion a la „Freitag der 13“ erwarten. Zudem handelt es sich nicht um einen typischen Slasher Film. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen setzt „Unhinged“ nicht auf viele blutige Kills, sondern auf Atmosphäre und Storytelling. Und damit wären wir auch bei seinen Stärken. Die Atmosphäre ist beklemmend und weiß Spannung aufzubauen. Dies geschieht allerdings recht langsam, actionreich wird der Film erst in seinem (relativ kurzen) 3. Akt. Insgesamt wirkt „Unhinged“ mehr wie ein Giallo Film und weniger wie ein Slasher. Zum einen ist da der „Whodunit“ Aspekt der Geschichte und zum anderen der Soundtrack, der stark an die Band Goblin (Deep Red, Suspiria, Buio Omega, etc.) erinnert. Gerade diese beiden Eigenschaften stehen dem Film unglaublich gut.

Minuspunkte muss „Unhinged“ leider beim Filmschnitt und den Schauspielern einstecken. Der Schnitt ist meist ziemlich ungeschliffen und lässt das kleine Budget durchblicken. Die Kameraarbeit und Kinematografie sind für einen Low Budget Film allerdings recht ordentlich. Die Schauspielerischen Leistung können dagegen nur wenig überzeugen. Was allerdings nicht sonderlich verwundert, für die meisten Darsteller blieb dieser Film ihre einzige Rolle.

Fazit:
Man kann sich durchaus daran erfreuen, dass „Unhinged“ nicht gänzlich in Vergessenheit geraten ist und mit seiner DVD Veröffentlichung Mitte der 2000er Jahre wieder ein Stück zurück ins Kollektive Gedächtnis gerückt ist. Man merkt ihm zwar seine Unzulänglichkeiten an, die dem geringen Budget geschuldet sind, allerdings hat man trotz dessen das Beste aus der Situation raus geholt. Eine stimmige Atmosphäre und eine durchdachte Story laden dazu ein mal ein Auge zu riskieren.
Gesamtwertung:


Filmtrailer:

Mittwoch, 19. September 2018

Don't go in the woods alone

Fakten:
Originaltitel: Don't go in the woods alone
Länge: 81 min.
Produktionsjahr: 1981
Produktionsland: USA
Regie: James Bryan
Darsteller: Nick Cleland, Mary Gail Artz, James P. Hayden
FSK 18
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Vier junge Camper machen einen Ausflug in einen abgelegenen Wald, um ein Wochenende in der Wildnis zu verbringen und zu wandern. Zur gleichen Zeit tötet irgendjemand ahnungslose Touristen, die sich in den Wald wagen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er auch hinter den vier Freunden hinterher ist.

Filmbesprechung:
"Don´t go in the woods alone" hat in der Horror-Community die berüchtigte Reputation einer der schlechtesten Slasher-Filme aller Zeiten zu sein. Und das hat seine Gründe. Beginnen wir mit dem Skript. Wer die obige Zusammenfassung gelesen hat und sich dachte, das ist recht spärlich, der hat durchaus recht. Denn das ist alles, was in diesem Film passiert. Vier Camper wandern endlos durch den Wald, während wahllos irgendwelche Nebenfiguren getötet werden. Nebenfiguren ist sogar noch zu viel gesagt, sie tauchen nur auf, um sofort getötet zu werden. Manche von ihnen sind nicht mal eine Minute in dem Film zu sehen. Das Drehbuch ist also so gut wie nicht vorhanden.

Die schauspielerischen Leistungen in diesem Film bewegen sich auf einer ähnlichen Ebene. Niemand, wirklich kein Einziger kann hier nur im Mindesten überzeugen. Die Erwartungen liegen bei einem Slasher sicher nicht besonders hoch, aber selbst dafür ist das hier gebotene unterirdisch. Recherchiert man ein wenig nach, ist man wenig überrascht, dass so gut wie keine der Darsteller jemals wieder in einem anderen Film mitgespielt hat.

Eigentlich findet sich an diesem Machwerk nichts, was auch nur irgendwie überzeugen könnte. Die Kameraarbeit ist furchtbar. An manchen Drehtagen scheint man das Kamerastativ gleich zu Hause gelassen zu haben und es ruckelt an allen Enden. Der Schnitt ist äußerst dilettantisch und einen Großteil des Films gibt es keine Hintergrundmusik. Wenn sie dann auftaucht, ist es ein Mix aus schief klingender Synthie- und Hillbilly-Musik. Selbst die Gore-Effekte sind sehr schlecht gemacht und können nicht im geringsten überzeugen.

Fazit:
"Don´t go in the woods alone" wird seinem Ruf als einer der schlechtesten Slasher-Filme mehr als gerecht. Die Story ist nicht vorhanden, von einer Backstory zu den Geschehnissen ganz zu schweigen. Der Gore ist schlecht gemacht, die meist fehlende Musik lässt jegliche Spannung vermissen und über die gesamte Laufzeit macht sich pure Langeweile breit. Man kann den Film nicht mal in die Kategorie "So bad, it´s good" packen, denn gar nichts an diesem Film ist gut.
Gesamtwertung:


Filmtrailer:

Dienstag, 17. April 2018

Die Tochter des Teufels

Fakten:
Originaltitel: The Blackcoat's Daughter
Länge: 95 Min.
Erscheinungsjahr: 2015
Produktionsland: Canada, USA
Regie: Oz Perkins
Darsteller: Emma Roberts, Kiernan Shipka, Lucy Boynton
Vertrieb: Koch Media GmbH (Blu Ray)
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Während ihre Mitschülerinnen über die Winterferien nach Hause fahren, warten Kat und Rose im katholischen Mädcheninternat Bramford vergeblich auf die Ankunft ihrer Eltern. Mit zwei alten Betreuerinnen bleiben sie allein in der abgelegenen Privatschule zurück. Während Rose dies für ein nächtliches Treffen mit ihrem Freund nutzt, um ihm beizubringen, dass sie eventuell schwanger ist, setzt Kat das Alleinsein an dem Ort mehr und mehr zu: Düstere Albträume, unheilvolle Visionen und mysteriöse Anrufe verfolgen sie.

Filmbesprechung:
"Die Tochter des Teufels" erschien eigentlich bereits 2015, damals unter dem Titel "February". Nach einigen Festivalvorführungen bekam der Film Anfang 2017 auch eine größere Veröffentlichung im Heimkinobereich, diesmal unter dem Namen "The Blackcoats Daughter", wie er im Original heißt. Es ist das Regiedebüt von Oz Perkins, Sohn von Anthony Perkins aka Norman Bates aus Psycho. Und Perkins macht es dem Zuschauer hier nicht besonders leicht. Wer einen actiongeladenen Horrorfilm erwartet, wird enttäuscht. Wer sich allerdings auf einen atmosphärischen Thriller mit Drama- und Horroranleihen einlassen kann, wird mit einem wirklich gelungenen Film belohnt.

Über drei verschiedene Erzählstränge fügt sich die Geschichte nach und nach zusammen. Da ist zum einen Kat, deren Eltern nicht erscheinen, um sie abzuholen. Rose hat ihren Eltern absichtlich den falschen Termin genannt, damit sie mit ihrem Freund über ihre vermutete Schwangerschaft sprechen kann. Und als Drittes ist da noch Joan, die gerade auf dem Weg zum Internat ist. "Die Tochter des Teufels" legt eine einzigartige Atmosphäre an den Tag, da der Film zum einen unglaublich beruhigend wirkt, von der Handlung und den Dialogen sehr minimalistisch ist, und auf der anderen Seite eine sehr subtile Spannung mit sich trägt, die sich durch den kompletten Film zieht. Und gerade hier könnte der Grund liegen, warum der Film auch sehr viele schlechte Kritiken einheimste. Die Tatsache, dass nicht sonderlich viel passiert und die Geschichte nicht gradlinig erzählt wird, dürfte viele Zuschauer abschrecken, die auf eine simple Unterhaltung gehofft hatten. Wer sich allerdings darauf einlässt und das Puzzel zusammensetzt, wird feststellen, dass "The Blackcoats Daughter" ein sehr intelligenter und ausgeklügelter Film ist.

Auch die Schauspieler können hier auf ganzer Linie überzeugen. Emma Roberts dürfte einige vielleicht aus "American Horror Story" bekannt sein, wohingegen Kiernan Shipka und Lucy Boynton doch noch eher unbekannte Gesichter sind. Trotzdem liefern alle drei gleichwohl eine überzeugende Leistung ab. Die Cinematography ist dem winterlichen Set angepasst und wirkt kalt und minimalistisch mit vielen statischen Bildern. Dies passt allerdings perfekt zur Geschichte und der Grundstimmung des Films. Auch über das Bild der Koch Media Blu Ray kann man sich nicht beschwerern. Allerdings fallen die Extras mit Trailer und einem ca. 7 minütigem Makeing-Of doch etwas knapp aus.

Fazit:
"Die Tochter des Teufels" ist ein empfehlenswerter Film, der allerdings nicht die breite Masse anspricht. Dafür ist das Tempo zu langsam und die Geschichte zu verworren. Wer Blockbuster-Unterhaltung mit viel Action sucht, wird Oz Perkins Regiedebüt nichts abgewinnen können. Wenn man sich allerdings auf solche Filme einlassen kann und keine Probleme damit hat, nicht alle Lösungen auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, erwartet einen ein wirklich gelungener Film mit spanender Atmosphäre und vielen subtilen Untertönen.
Gesamtwertung:


Filmtrailer:

Donnerstag, 17. August 2017

The Hallow

Fakten:
Originaltitel: The Hallow
Länge: 93 Min.
Erscheinungsjahr: 2015
Produktionsland: Vereinigtes Königreich, Irland
Regie: Corin Hardy
Darsteller: Joseph Mawle, Bojana Novakovic, Michael McElhatton
Vertrieb: MFA+ (Alive AG)
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Adam Hitchens hat für einen Forschungsauftrag mit seiner Frau Clare und dem gemeinsamen Baby Finn London den Rücken gekehrt und ist in ein Haus ins tiefste irische Hinterland gezogen. Von ihrem neuen Domizil aus will sich Adam der Untersuchung der Bäume im Umland widmen, während Clare den neuen Familiensitz gemütlich herrichten soll. Doch die einsame Idylle entpuppt sich bald als trügerisch.

Filmbesprechung:
Liest man sich den Plot von "The Hallow" durch wird einem die Geschichte sicher in der ein oder anderen Form bekannt vorkommen. Besonders innovativ ist die Grundgeschichte jedenfalls nicht. Das muss allerdings nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten. Es kommt darauf an, wie das Drehbuch ausgearbeitet ist und welche neuen Elemente hinzukommen. Um es kurz zu machen, neue oder innovative Ideen sucht man bei "The Hallow" vergebens. Der Anfang ist gelungen und stimmt gut auf den Film ein. Der zweite Akt baut ungemeine Spannung auf, während man erfährt, was der Grund für die merkwürdigen Ereignisse ist. Von da an geht es allerdings bergab und beim Finale ist man schon fast gelangweilt von dieser kruden Mischung aus Folklore und Sci-Fi.

Der Verlust jeglicher Spannung im letzten Akt ist eines der größten Probleme von "The Hallow". Ein Zweites sind die Schauspieler. Über die gelieferte Darbietung kann man sich als solches eigentlich nicht beschweren. Gerade Joseph Mawle und Bojana Novakovic legen eine solide Leistung an den Tag und harmonieren gut miteinander. Aber trotzdem will es nicht so recht überzeugen. Man findet keinerlei Verbindung zu den Charakteren und fiebert ihrem Schicksal nicht wirklich mit. Vielleicht wollte Regisseur und Drehbuchautor Corin Hardy zu viel auf einmal. Alle Ideen und Geschehnisse, die sich im Laufe des Films entwickeln, wirken wie absolute Klischees aus dem Einmaleins des Horrorfilms.

Bei der technischen Umsetzung von "The Hallow" kann man sich nicht beschweren. Kameraarbeit und Bildqualität sind ausgesprochen gut, die Farben warmen und kräftig. Die Spezialeffekte hingegen sind OK, können aber gerade gegen Ende nicht überzeugen und wirken fast schon unfreiwillig komisch.

Fazit:
"The Hallow" kommt leider nicht über den Durchschnitt hinaus. Der vielversprechende Anfang, die Spannung sowie das atmosphärisch und isoliert wirkende Setting wandeln sich nach gut zwei Dritteln des Films zu einem Mix aus Science-Fiction und Märchen, der einfach nicht zusammenpassen will. Somit eine vertane Chance und ein Machwerk, welches man nicht unbedingt gesehen haben muss.
Gesamtwertung:


Filmtrailer:

Freitag, 16. Juni 2017

The Loreley's Grasp

Fakten:
Originaltitel: Las garras de Lorelei
Länge: 85 Min.
Erscheinungsjahr: 1974
Produktionsland: Spanien
Regie: Amando de Ossorio
Darsteller: Tony Kendall, Helga Liné, Silvia Tortosa
Vertrieb: Alive - Vertrieb und Marketing (Blu Ray)
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

In einer Kleinstadt am Rhein wird eine junge Frau tot aufgefunden, deren Herz herausgerissen wurde. Man macht für die Tat einen Wolf oder Bären verantwortlich. Nach weiteren ähnlichen Todesfällen wird der Jäger Sirgurd beauftragt, das örtliche Mädchenpensionat zu beschützen und das Tier zu erlegen. Bevor es soweit kommt, lernt er die schöne Loreley kennen. Er verliebt sich in sie, obwohl sie ihm mitteilt, die legendäre Sagengestalt zu sein.

Filmbesprechung:
Anfang bis Mitte der Siebziger Jahre erlebte der Euro-Horror einen wahren Boom, als die Exploitationfilm-Welle immer mehr Menschen begeisterte. Während aus Italien eine Flut vom Giallo Filmen den Markt eroberte, setzten die Spanier auf Horror. Angefangen von Narciso Ibanez Serradors "Das Versteck - Angst und Mord im Mädcheninternat" von 1969, über Pauls Naschys Dutzende von Filmen mit den "klassischen Monstern" wie Dracula, Frankenstein oder der Mumie, hin zu dem Trash-König Jess Franco. Eine weitere sehr bekannte spanische Serie aus dieser Zeit war auch die vierteilige "Reitende Leichen" Reihe von Amando de Ossorio, der daneben nur sehr wenige andere Filme drehte. Einer dieser anderen Filme ist der vorliegende "The Loreley's Grasp", den man fast schon als vergessenen Film dieser Zeit beschreiben könnte.

Das Budget für Filme dieser Art war damals sehr gering und da bildet auch "The Loreley's Grasp" keine Ausnahme. Die Schauspieler sind furchtbar, die Dialoge selten dämlich und die Effekte lachhaft. Wenn man einen Trashfilm einlegt, sollte einem allerdings auch bewusst sein, worauf man sich einlässt. Und mit diesem Bewusstsein kann man "The Loreley's Grasp" wirklich genießen, da er einfach Spaß macht und kurzweilige Unterhaltung bietet. Man weiß von de Ossorio, dass er ein passionierter Filmemacher war, der allerdings immer darunter leiden musste nicht genug Geld für seine Drehs zur Verfügung zu haben. Aus diesem Grund sind viele seiner Filme sicher unfreiwillig komisch geworden und es war einer der Auslöser, die ihn Mitte der 80er Jahre zum Rückzug aus dem Filmgeschäft veranlassten.

Das Bild der Blu Ray ist für einen Film diesen Alters ausgesprochen gut und auch die prächtigen Farben können sich sehen lassen. Diese Veröffentlichung von "Alive - Vertrieb und Marketing" ist die erste offizielle deutsche Ausgabe von "The Loreley's Grasp". Der Film fand nach seiner Fertigstellung niemals einen deutschen Vertrieb. Auch die deutsche Synchronisation wurde erst 2012 von einem österreichischen Vertrieb angefertigt, dafür allerdings sogar im 70er Jahre Stil. Das heißt, sie wurde dem Charakter des Films angepasst und wirkt ebenfalls recht trashig.

Fazit:
Man mag über Exploitationfilme denken, was man will, aber "The Loreley's Grasp" sollte jeden Freund des Trashfilms überzeugen. Trotz eines Schauspielers im Gummi-Echsen-Kostüm, billig wirkender Gore Effekte und Dialogen, die einen nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen, erzeugt der Film eine wunderbare Atmosphäre. Vielleicht auch, weil die Loreley Geschichte nicht so ausgetreten ist, wie beispielsweise ein Zombie oder Dracula Film. Wer kein Problem mit genannten Kritikpunkten hat, wird sicherlich gut unterhalten.
Gesamtwertung:


Filmtrailer:

Dienstag, 9. Mai 2017

Deep Red

Fakten:
Originaltitel: Profondo Rosso
Länge: 127 Min.
Erscheinungsjahr: 1975
Produktionsland: Italien
Regie: Dario Argento
Darsteller: David Hemmings, Daria Nicolodi, Gabriele Lavia
Vertrieb: Arrow Video (Englische Blu Ray)
FSK: 18
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Als seine Nachbarin Helga ermordet wird, beginnt sich der Komponist Marc für den Fall zu interessieren. Als einziger Zeuge des Verbrechens ist er sich sicher ein entscheidendes Detail beobachtet zu haben. Am Tatort lief ein mysteriöses Kinderlied, welches auch bei den folgenden schrecklichen Morden eine Rolle zu spielen scheint. Zusammen mit der Journalistin Gianna macht Marc Jagd auf den Serienkiller. Doch bald geraten beide in tödliche Gefahr, denn der Mörder scheint jeden ihrer Schritte zu kennen.

Filmbesprechung:
Dario Argento gilt heutzutage als haushoher Name im Horrorfilm. Den Anfang seiner Karriere machte er allerdings in einem anderen Genre, nämlich dem Giallo Film, eine Art italienischer Thriller / Krimi mit meist sehr detaillierten Mordszenen. Anfang bis Mitte der 70er galt Argento als einer der prägendsten Regisseure dieses Genres. "Deep Red", auch als "Profondo Rosso" bekannt, stellt dabei seinen besten und durchdachtesten Film aus dieser Zeit dar. Anfangs war das Drehbuch 500 Seiten langen, Argentos Vater Salvatore und sein Bruder Claudio überzeugten ihn allerdings davon es zu kürzen, da sie manche Teile für zu kryptisch hielten und Angst hatten, das Publikum würde diese nicht verstehen.

Obwohl der Film in Rom spielt wurden fast alle Außenaufnahmen in Turin gedreht. Und gerade bei diesen Aufnahmen beweist Argento mal wieder, dass er ein Auge für gelungene Kameraeinstellungen hat. Interessant ist besonders die Bar neben dem Brunnenplatz. In einer Nachtszene zu Beginn des Films sieht man, dass hier eine kleine Hommage an Edward Hopper´s berühmtes "Nachtschwärmer" Gemälde eingebaut wurde. Insgesamt sieht man "Deep Red" schon sehr an aus welcher Zeit er stammt. Das soll nicht heißen, dass der Film schlecht gealtert ist, der Style des Films schreit lediglich nach den 70er Jahren.

Die Schauspieler kann man recht positiv hervorheben. Speziell David Hemmings und Daria Nicolodi liefern eine solide Leitung ab und entwickeln dabei eine gelungene Dynamik. Kurz nach den Dreharbeiten wurde Nicolodi zu Dario Argentos Lebensgefährtin und spielte fortan in sehr vielen weiteren Filmen von ihm die Hauptrolle. Das Bild der Blu Ray ist für das Alter des Films ziemlich gut, wobei die im Director´s Cut wieder eingefügten Szenen doch etwas abfallen. Arrow Video hat hier mal wieder ein großartiges Gesamtpaket abgeliefert, mit dem Film in zwei Versionen (und auf zwei Blu Rays), mehreren Special Features rund um "Deep Red" und einem vierfach Wendecover im Pappschuber.

Fazit:
"Profondo Rosso" sei jedem ans Herz gelegt, der sich für Giallo Filme und Thriller oder Krimis generell begeistern kann. Die Geschichte mag hin und wieder etwas verwirrend sein, fügt sich zum Ende allerdings perfekt zusammen. Gerade der Twist in der Auflösung sorgt dafür, dass man den Film am liebsten gleich nochmal sehen will, um die Puzzelstücke zusammen zu setzten. Definitiv einer der besten Filme von Argento und eine klare Empfehlung.
Gesamtwertung:


Filmtrailer:

Freitag, 3. März 2017

We Are Still Here

Fakten:
Originaltitel: We are still here
Länge: 83 Min.
Erscheinungsjahr: 2015
Produktionsland: USA
Regie: Ted Geoghegan
Darsteller: Larry Fessenden, Barbara Crampton, Andrew Sensenig, Lisa Marie
Vertrieb: Tiberius Film
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja


Fiktion:

Nachdem Anne und Paul Sacchetti durch einen Unfall ihren Sohn verloren haben, ziehen sie in ein abgelegenes Landhaus in Neuengland, um ihrer Trauer zu verarbeiten und einen Neuanfang zu starten. Bereits beim ersten Treffen mit den neuen Nachbarn erzählen diese den Sacchettis, warum das Haus seit 30 Jahren leer stand. Schnell beginnen merkwürdige Dinge zu geschehen, Fotos fallen von den Wänden, unheimliche Geräusche sind im Haus zu hören und aus dem Keller kommt ein merkwürdiger Geruch von Rauch...

Filmbesprechung:
"We are still here" ist ein weiterer Independent-Film, der sich von der Qualität her nicht hinter den großen Hollywood Produktionen verstecken brauch. Regisseur Ted Geoghegan zollt hier seinen Tribut an die Genrefilme der 70er und 80er Jahre. Ein Film, der ganz offensichtlich Pate stand, war Lucio Fulcis "Das Haus an der Friedhofsmauer". Wie bei diesen Filmen üblich ist das Tempo eher langsam, was allerdings nichts Schlechtes bedeuten muss. Der Beginn von "We are still here" wirkt fast beruhigend und nach und nach steigert sich ein Unwohlsein, dass irgendwas hier nicht stimmt. Dieser atmosphärische Aufbau nimmt die ersten zwei Drittel des Film ein und kann, wenn man sich darauf einlässt, ein wohliges Gruseln erzeugen. Im letzten Drittel wird die langsam aufgebaute Atmosphäre leider von einem auf den anderen Moment über Bord geworfen und muss einem actionreichen Finale weichen. Man hat gar das Gefühl auf einmal in einem ganz anderen Film zu sein.

Das Setting und die Kameraarbeit von "We are still here" sind äußerst gelungen und detailreich. Der Film ist im Jahre 1979 angesiedelt und man merkt Regisseur Geoghegan an, dass er selbst großer Fan von Horrorfilmen aus dieser Zeit ist. Die eingefangenen Bilder und hier gebotenen Kamerafahrten zeugen deutlich davon. Für sein Regiedebüt hat Geoghegan eine wirklich gute Arbeit abgeliefert. Beim Drehbuch setzte man auch auf den Oldschool-Faktor. Die Story ist simpel und der heutzutage fast schon obligatorische Twist am Ende ist hier nicht vorhanden. Man bekommt genau das, was in der Filmbeschreibung steht. Nicht mehr, nicht weniger.

Beim Casting hat man zwei mehr oder weniger bekannte Schauspieler ins Boot geholt. Barbara Crampton ist Horrorfreunden sicher noch aus Stuart Gordons "Re-Animator" von 1985 bekannt. Sie liefert eine solide schauspielerische Leistung ab und kann als trauernde Mutter überzeugen. Die Zweite im Bund ist Lisa Marie, ihres Zeichens ehemalige Lebensgefährtin von Tim Burten und bekannt unter anderem als Vampira in Burtons "Ed Wood" von 1994. Ihre Rolle in "We are still here" als Medium May ist nicht nur äußerst klischeehaft, sondern man merkt hier auch, warum sie nach der Trennung von Tim Burton nicht mehr all zu viele Rollen bekommen hat.

Fazit:
"We are still here" macht es einem nicht einfach. Mit etwas über 80 Minuten Spielzeit ist der Film recht kurzweilig und kann mit seinem Setting und der fast schon retroartigen Kameraarbeit punkten. Die Story ist simpel und auch nichts Neues, die Schauspieler sind insgesamt ganz in Ordnung. Die wirklich gute Atmosphäre und langsam aufgebaute Spannung wird von einem auf den anderen Moment zu nichte gemacht. Alles in allem kann man sagen, wenn man sich auf den Film einlässt bekommt man eine kurzweilige Unterhaltung, die allerdings keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen wird.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Donnerstag, 2. Februar 2017

Lisa and the Devil

Fakten:
Originaltitel: Lisa e il diavolo
Länge: 96 Min.
Erscheinungsjahr: 1973
Produktionsland: Italien / Spanien
Regie: Mario Bava
Darsteller: Telly Savalas, Elke Sommer,Sylva Koscina
Vertrieb: Arrow Video (Englisches Blu Ray & DVD Dual Set)
FSK: 18
Ungeschnitten: Ja


Fiktion:

Die Touristin Lisa Reiner entfernt sich bei einer Sightseeingtour im spanischen Toledo von der Gruppe und verirrt sich. Aus den kleinen Gassen der Stadt scheint kein Weg zurück zum Markplatz zu führen. So zieht sie durch die menschenleeren Straßen, bis sie auf ein Auto trifft. Zusammen mit einem reichen Ehepaar und deren Chauffeur übernachtet sie nach einer Reifenpanne in einer mysteriösen Villa, die einer seltsamen Gräfin und ihrem sonderbaren Sohn gehört. Während ihres nächtlichen Aufenthaltes ereignen sich geheimnisvolle Dinge, die Lisas Neugier wecken.

Filmbesprechung:
"Lisa and the devil" wird oft als traumartiger Film bezeichnet, den Mario Bava nach dem Verlust seines amerikanischen Vertriebsdeals ohne kommerzielle Vorgaben nach seinen eigenen Vorstellungen verwirklichen konnte. Das Ergebnis ist ein sich anfangs recht langsam aufbauender Film, der erst im letzten Drittel richtig Fahrt aufnimmt. Telly Savalas, vielen sicher noch als "Kojak" bekannt, spielt den finsteren Leandro. Er überzeugt in der Rolle auf ganzer Linie und trägt den Film maßgeblich. Nachdem Elke Sommer in dem im Jahr zuvor gedrehten "Baron Blood" eine gar fürchterliche Vorstellung ablieferte, kommt man hier zumindest in den Genuss einer annehmbaren schauspielerischen Leistung von ihr.

Einen leichten Stand hatte "Lisa and the Devil" nach seiner Fertigstellung nicht. Trotz guter Kritiken bei einzelnen Vorführungen fand sich kein Vertrieb für den Film und Bavas Version lag Jahre lang auf Eis. Aus lauter Verzweiflung wurden 1975 zusätzliche Szenen gedreht, um eine "Der Exorzist"-Nachmache zu veröffentlichen und auf dessen Erfolgswelle mitzuschwimmen. Der Film wurde dann unter dem Namen "The House of Exorcism" (Ebenfalls auf diesem Blu Ray / DVD Set enthalten) veröffentlicht und ließ die Originalgeschichte des Films als etwas erscheinen, was die vom Teufel besessene Lisa träumt. Das Ergebnis wirkt teils recht albern und man entschied sich auch für ein komplett anderes Ende, um mehr auf die Exorzistengeschichte einzugehen. Bava hielt von dieser Version überhaupt nichts und tauchte nicht mal mehr als Regisseur in den Kredits auf.

Beim Restaurieren des Bildes hat sich Arrow Video diesmal anscheinend nicht so viel Mühe gegeben, wie bei den anderen Mario Bava Veröffentlichungen. Gerade in den dunkleren Szenen wirkt es oft grobkörnig und Verwaschen. Vielleicht liegt es aber auch mehr am Ausgangsmaterial des Films, der in seiner Urform erst in den 80er Jahren eine Veröffentlichung fand. Auch der (englische) Ton ist nicht besonders gut und variiert oft in der Lautstärke. Da kann der durchaus schwächere "The House of Exorcism" etwas mehr punkten, hier sind der Ton und das Bild etwas besser. Bei Mario Bavas Kameraarbeit fällt auf, dass er seine früheren Trademarks hier nicht mehr all zu oft durchscheinen lässt. Klar, die Regiearbeit ist immer noch mehr als solide, aber seine berühmten Spiele mit Licht oder spezielle Kameraeinstellungen kommen nur noch hin und wieder durch.

Fazit:
Sollte man sehen. Der Film beginnt etwas langsam und kann während dessen leider nicht immer die Spannung halten, wenn im letzten Drittel dann allerdings alle Fäden zusammenlaufen, schöpft Bava noch einmal aus den Vollen und bringt die Markenzeichen seiner Regiearbeit wieder zum Vorschein. Die Story ist teils etwas verwirrend und baut eine fast schon psychedelische Atmosphäre auf, was dem Film sehr gut steht. Während des Films könnte man die Vermutung bekommen am Schluss enttäuscht zu werden, das Ende lässt einen dann aber alle Zweifel über Bord werfen. "The House of Exorcism" ist eine nette Ergänzung, um die Veröffentlichungsgeschichte des Films zu verstehen, allerdings kein besonders hervorzuhebender Film.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Mittwoch, 1. Februar 2017

Ghosthouse Inc. News Feb. 2017

Frisch erholt meldet sich Ghosthouse Inc. aus der Winterpause zurück und ab morgen starten wir wieder mit neuen Reviews durch. Beginnen werden wir 2017, wie wir 2016 beendet haben - mit einem Mario Bava Film. Ab morgen Vormittag dann hier online!

Mittwoch, 4. Januar 2017

Ghosthouse Inc. News Januar 2017

Ein frohes neues Jahr! Ghosthouse Inc. verabschiedet sich zum Jahresstart erst mal in die Winterpause für diesen Monat. Ab Februar gibt es dann wieder wie gewohnt neue Reviews.

Sonntag, 18. Dezember 2016

Baron Blood

Fakten:
Originaltitel: Gli orrori del castello di Norimberga
Länge: 98 Min.
Erscheinungsjahr: 1972
Produktionsland: Italien
Regie: Mario Bava
Darsteller: Joseph Cotten, Elke Sommer, Massimo Girotti
Vertrieb: Arrow Video (Englisches Blu Ray & DVD Dual Set)
FSK: 15
Ungeschnitten: Ja


Fiktion:

Der Student Peter Kleist kommt nach Österreich, um bei der Versteigerung des Schlosses seiner Vorfahren zugegen zu sein. Das Gemäuer, dass von der Bevölkerung den Namen "Schloss des Teufels" erhalten hat, war im 16. Jahrhundert Sitz des berüchtigten "Blutbarons" von Kleist. Zusammen mit der Studentin Eva veranstaltet Peter im Turmkämmerlein eine Geisterbeschwörung und erweckt damit den Blutbaron wieder zu neuem Leben.

Filmbesprechung:
Bevor man sich genauer mit "Blood Baron" beschäftigt, sollte man ihn übergreifend im Kontext von Mario Bavas gesamtem Schaffen sehen. Der Film ist das letzte Werk, das zu Lebzeiten des Regisseurs veröffentlicht wurde. Bava drehte in den folgenden neun Jahren zwar noch drei weitere Filme, zwei davon fanden allerdings erst Jahre später einen Vertreiber und der Letzte hatte seine Premiere kurz nach seinem Tod. Ebenfalls geht Bava mit "Blood Baron" wieder einen Schritt zurück zu seinen Anfängen als Regisseur und verwurzelt den Film wieder mehr im Gothic Horror als im Giallo Genre. Ungewöhnlich ist, dass es sich um sein erstes Werk handelt, welches nicht in einem Studioset entstand, sondern komplett vor Ort in einem alten Schloss nahe Wien.

Ist man nicht mit den anderen Filmen von Mario Bava vertraut, merkt man hier trotzdem schnell, dass er seine Arbeit als Regisseur sehr gut versteht und auch Jahre lang als Cinematographer gearbeitet hat. Die Ausleuchtung des Sets und die eingefangenen Bilder zeigen einen atmosphärischen und stylischen Film, der ein wahrer Augenschmaus ist. Die Geschichte hingegen ist sehr simple gehalten und wirkt manchmal gar ein wenig gehetzt. Trotz dessen hat der Film speziell in der Mitte einige Längen. Die schauspielerischen Leistungen sind für diese Art von Genre völlig OK. Einzige Ausnahme hier ist leider die weiblich Hauptrolle, die von Elke Sommer gespielt wird. Ihre Darbietung ist so übertrieben, schlecht und Nerven zerrend, dass es einem stellenweise den Spaß an dem Film nehmen kann.

Arrow Video hat sich bei dieser Veröffentlichung mal wieder nicht lumpen lassen. Man bekommt eine Blu Ray und zwei DVDs, wo sich jeweils die europäische Export Version (98 Min.) und die American International Pictures Version (91 Min.) befinden. Die AIP Version wurde für den amerikanischen Markt mit neuer Filmmusik und neuer Synchronisation versehen. Zudem bekommt man den Film noch in Mario Bavas original Version in italienischer Sprache. Dazu gesellen sich dann noch die üblichen Extras wie Trailer, Fotogalerie, Audiokommentare und ein Interview mit Ruggero Deodato, dem Regisseur von "Cannibal Holocaust". Das Bild der Blu Ray in High Definition ist leider nicht durchgängig gut. Einige Stelle sehen sehr verwaschen und grobkörnig aus.

Fazit:
Sollte man sehen, denn auch wenn die Story etwas dünn ist, bekommt man einen stylischen Film mit großartiger Atmosphäre von einem Regisseur, der sein Handwerk mehr als perfekt beherrschte. Der einzige Wermutstropfen ist Elke Sommer als die Studentin Eva. Hätte man die Rolle mit einer Schauspielerin besetzt, die auch nur ein durchschnittliches Spiel an den Tag legen kann, hätte das den Film zu einer uneingeschränkten Empfehlung aufgewertet.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Freitag, 25. November 2016

Blacula (The Complete Collection – Special)

Fakten:
Originaltitel: Blacula
Länge: 93 Min.
Erscheinungsjahr: 1972
Produktionsland: USA
Regie: William Crain
Darsteller: William Marshall, Vonetta McGee, Denise Nicholas
Vertrieb: Eureka Entertainment Ltd (Englische Blu Ray)
FSK: 15
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Siebenbürgen, 1780: Der afrikanische Prinz Mamuwalde und seine Frau Luva sind zu Besuch bei Graf Dracula, um ihn für den Kampf gegen den Sklavenhandel zu gewinnen. Der rassistische Vampir verweigert seine Hilfe und belegt seinen Gast mit dem Fluch der Untoten, der ihn in einen unsterblichen Blutsauger verwandelt. Es vergehen knapp zwei Jahrhunderte bis "Blacula" in seinem Sarg gefunden wird und schließlich in Los Angeles im Jahr 1972 landet. Dort findet er schon bald Gefallen an seiner neuen, untoten Existenz...

Filmbesprechung:
Anfang der 70er Jahre machten Produktionsfirmen wie "American International Pictures" oder "Hammer" immer noch große Gewinne mit günstig produzierten Horror Filmen. Gleichzeit kam in den USA die Welle der "Blackspotation Filme" auf, die ebenfalls Kassenerfolge erzielen konnten. Also dachte man sich bei AIP, warum nicht beides miteinander verbinden? Das Ergebnis war dann „Blacula“, der 1972 in die Kinos kam und ein so großer Erfolg an der Kinokasse wurde, dass neben ähnlichen Titeln wie "Blackenstein" oder "Black Zombies From Sugar Hill" im folgenden Jahr auch noch die Fortsetzung "Scream Blacula Scream" erschien.

Wie bei allen Blackspotation Filmen spielt eine gewisse Gesellschaftskritik im Hinblick auf die rechte der afroamerikanischen Bürger sicher eine Rolle in "Blacula", man sollte allerdings keineswegs einen bierernsten Vampirstreifen mit soziologischem Unterton erwarten, sondern sich auf einen leicht kitschigen und ironischen Film einstellen. Die Schauspielerischen Leistungen sind ebenfalls alles andere als Oscar reif, passen allerdings zum Grundton des Films.

Bei der vorliegenden Veröffentlichung handelt es sich um ein 3-Disc Set, welches beide "Blacula" Filme auf einer Blu Ray oder je einer DVD beinhaltet. Bei der Blu Ray hat man dem Film ein 1080p high-definition Transfer spendiert, was für ein durchaus gutes Bild sorgt. Man muss sich trotzdem vor Augen halten, dass der Film über 40 Jahre alt ist, Wunder sollte man also nicht erwarten. Ein gewisse Grobkörnigkeit hier und da lässt sich damit nicht vermeiden.

Fazit:
Sollte man sehen, da "Blacula" durchaus Spaß macht. Klar ist das Tempo des Films stellenweise etwas langatmig und die Dialogo recht klischeehaft, wer allerdings kein Problem mit Filmen der etwas trashigeren Art hat, wird sicher seine Freude daran haben.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Montag, 24. Oktober 2016

Dead And Buried (Halloween Filmempfehlungen)

Fakten:
Originaltitel: Dead and Buried
Länge: 89 Min.
Erscheinungsjahr: 1981
Produktionsland: USA
Regie: Gary Sherman
Darsteller: James Farentino, Melody Anderson, Jack Albertson
Vertrieb: Alive - Vertrieb und Marketing (DVD)
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

In dem kleinen Küstendorf Potter's Bluff häufen sich seltsame Morde. Sheriff Gilles will die Todesfälle aufklären, kommt aber irgendwie keinen Schritt weiter. Auch bemerkt er, dass teilweise tote Leute plötzlich wieder auftauchen. Bald darauf entdeckt der Sheriff bei seiner Frau ein Buch über Voodoo und andere Hexereien. Es sterben noch einige Menschen bevor Gilles die Lösung findet und die schreckliche Wahrheit erfährt.

Filmbesprechung:
Anfang der 80er Jahre war das Slasher Genre in seiner Hochzeit und bescherte dem Kinogänger eine ganze Reihe von übertriebenen und unbeschwerten Filmen. Genau zu dieser Zeit kam "Dead And Buried" in die Kinos und sorgte für erfrischende Abwechselung. Denn auch wenn Gary Shermans Horrorstory über das abgelegene Küstendorf Potter´s Bluff nicht all zu viele explizite Gore-Momente bereitstellt, die Mordszenen sind mit einer äußerst ernsten und schweren Stimmung dargestellt. Eigentlich war es Shermans Absicht eine schwarze Komödie abzuliefern, der Finanzier PSO International mischte sich allerdings immer wieder ein und bestand darauf, die Comedy Elemente zurückzustellen. Das Ergebnis hob sich dann deutlich von den meisten anderen Veröffentlichungen der Zeit ab.

Der Film ist die letzte Kinoarbeit von Schauspieler Jack Albertson, den viele sicher noch als den Großvater im originalen "Charlie und die Schokoladenfabrik" von 1971 kennen. Er war schon während der Dreharbeiten vom Krebs gezeichnet und verstarb kurz nach der Filmpremiere in Los Angeles. In einer Nebenrolle ist auch ein junger Robert Englund zu sehen, der drei Jahre später mit seiner Rolle als Freddy Krüger in "A Nightmare On Elmstreet" zum Horrorstar avancieren sollte.

Hervorheben muss man auch die Atmosphäre von "Dead and Buried", die sich durch den ganzen Film zieht. Gary Sherman tauchte seine dritte Regiearbeit fast komplett in Nebel und erschuf so das perfekte, klaustrophobische Ambiente für das kleine Küstenstädtchen. Das Bild der DVD ist in Ordnung, wirkt allerdings schon etwas verwaschen. Dadurch hat man teilweise den Eindruck, dass selbst bei innen gedrehten Szenen der Nebel durch die Räume und Flure kriecht.

Fazit:
Sollte man sehen, denn "Dead and Buried" bietet mit seiner dichten Atmosphäre eine spannende und kurzweilige Unterhaltung. Ein untypischer 80er Jahre Film mit einer interessanten Story und einem guten Team vor und hinter der Kamera. Sicher nicht als Partyfilm geeignet, aber perfekt für die Einstimmung auf Halloween.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Freitag, 14. Oktober 2016

Trick ´r Treat (Halloween Filmempfehlungen)

Fakten:
Originaltitel: Trick ´r Treat
Länge: 79 Min.
Erscheinungsjahr: 2007
Produktionsland: USA
Regie: Michael Dougherty
Darsteller: Anna Paquin, Brian Cox, Dylan Baker
Vertrieb: Warner Bros. (Englische DVD)
FSK: 15
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Halloween in einer ganz normalen amerikanischen Kleinstadt: Der verwitwete Schuldirektor entpuppt sich als Serienkiller, eine als Rotkäppchen verkleidete Jungfrau wird von einem maskierten Unbekannten verfolgt, böse Kids versuchen, einem Außenseiter einen Streich zu spielen und erleben ihr blaues Wunder, während ein verbitterter alter Mann von der Vergangenheit heimgesucht wird. Und über allem wacht der maskierte Sam.

Filmbesprechung:
In vier Geschichten (fünf, wenn man die kurze Einführung mitzählt) erzählt "Trick ´r Treat" von einer, zumindest anfänglich, gewöhnlichen Halloween Nacht in einer typischen amerikanischen Kleinstadt. Dabei sind die Kurzgeschichten nicht nur aneinandergereiht, sonder ineinander verwobenen. Die Storys spielen entweder zeitgleich oder beeinflussen sich gegenseitig. Den Schauspielern merkt man dabei den Spaß an, den sie während der Dreharbeiten hatten. Die schauspielerische Leistung wirkt recht unbeschwert, was dem Film sehr gut steht, da er sich nicht all zu ernst nimmt, gleichzeitig aber auch nicht in Albernheiten verfällt. Zusammengehalten werden die vier Storys von Sam, einem kleinen Wesen in orangenem Overall und mit einem Sack über dem Kopf. Er taucht in jeder Geschichte als eine Art Beobachter auf, bevor er in der letzten selber eine Hauptrolle spielt.

"Trick ´r Treat" ist ein Film, der Halloween zelebriert. Regisseur Michael Dougherty hat seine Hausaufgaben für das Drehbuch gemacht und sich intensiv mit dem Feiertag auseinandergesetzt. So geht man im Laufe der Geschichten auch auf verschiedene Halloween Traditionen ein und wirft etwas Licht auf die Herkunft des Festtages. Die aufkommende Atmosphäre ist äußerst passend und bringt einen in die richtige Stimmung. Das Set Design kann einen gewissen Kitschfaktor nicht von der Hand weisen, genau das erwartet man allerdings auch bei einem solchen Fest. Trotz des Kitschs wirkt der Film keinesfalls billig.

Wirklich schade ist, dass der Film hierzulande nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die ihm zustehen würde. Das merkt man leider auch an der Vermarktung. Die deutsche DVD-Version ist schwierig zu bekommen und wenn, dann nur zu horrenden Preisen. Die hier vorliegende englische DVD ist allerdings ohne Probleme zu beziehen. Bild und Ton sind absolut ok und neben dem Film bekommt man noch allerhand Bonusmaterial, unter anderem ein kurzes Feature über die Mythen und Traditionen von Halloween, in dem auch ein bisschen Making of geboten wird. Ebenfalls enthalten ist Regisseur Michael Doughertys animierter Kurzfilm "Season´s Greetings" von 1996, in dem Sam seinen ersten Auftritt hat.

Fazit:
Sollte man sehen, denn "Trick ´r Treat" ist der ultimative Film für die nächste Halloween Party. Eine passende Atmosphäre, kurzweilige Geschichten und jede Menge makaberer Einfälle machen den Film zu einem stimmigen Gesamtwerk, das jeden Fan dieses Feiertags begeistern sollte.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Sonntag, 2. Oktober 2016

Tales of Halloween (Halloween Filmempfehlungen)

Fakten:
Originaltitel: Tales of Halloween
Länge: 98 Min.
Erscheinungsjahr: 2015
Produktionsland: USA
Regie: Darren Lynn Bousman, Axelle Carolyn, Adam Gierasch, Andrew Kasch, Neil Marshall, Lucky McKee, Mike Mendez, Dave Parker, Ryan Schifrin, John Skipp, Paul Solet
Darsteller: Grace Phipps, Lin Shaye, Booboo Stewart
Vertrieb: Splendid Film (Blu Ray)
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja

Fiktion:

An Halloween, der Nacht vor Allerheiligen, werfen sich die Kinder in der Vorstadt in Verkleidungen und ziehen los, um von den Nachbarn Süßes zu fordern, andernfalls gibt es Saures. Gerne wird dabei das eine oder andere Häuschen mit Eiern eingedeckt, was nicht jeder Bewohner sich ohne weiteres gefallen lässt. Derweil erzählen sich die älteren Jugendlichen gern Schauergeschichten, von denen manche noch am selben Abend wahr werden. Und die Erwachsenen feiern Partys, bei denen sich Kinder zuweilen als störend erweisen.

Filmbesprechung:
Anfang Oktober, der Halloween-Monat hat begonnen. Höchste Zeit sich auf das jährliche Fest der Kürbisse einzustimmen. Mittlerweile gibt es jede Menge themenbezogene Filme rund um Halloween, darunter auch viele Anthology Filme. Was "Tales of Halloween" ein wenig aus der Masse abhebt, ist die Tatsache, dass sich hier gleich ganze elf Regisseure an zehn Kurzgeschichten versucht haben. Eine übergreifende Story, die alle Kurzgeschichten miteinander verbindet, gibt es im vorliegenden Film nicht wirklich. Als verbindendes Element hat man sich eine Radio DJane ausgedacht (im Übrigen verkörpert von Adrienne Barbeau, die in John Carpenters "The Fog" ebenfalls als DJ zu sehen ist), die hin und wieder ein paar Sätze zwischen den Kurzgeschichten erzählt. Allerdings nur bei 3 oder 4 Episoden, ansonsten sind die Geschichten einfach aneinandergereiht worden.

Eines der größten Probleme von "Tales of Halloween" ist auch gleich die Anzahl der Storys, die man hier auf nicht einmal 100 Minuten verteilen wollte. Manche Episoden wirken ziemlich gehetzt oder einfach nur unspektakulär. Vielleicht hätte man sich einen Gefallen getan nur fünf Kurzgeschichten zu nehmen. Die Qualität der Storys variiert ebenfalls sehr stark. Mike Mendezs "Friday the 31th" ist eine wahre Trash-Granate, die wie ein Slasher beginnt, dann aber den Killer selber in Bedrängnis bringt. Diese Episode nimmt sich nicht besonders ernst und macht einfach nur Spaß. Auf der anderen Seite gibt es Segmente wie "Ding Dong" die absolut albern sind und wahrlich grauenhafte Schauspielleistungen zutage fördern. Insgesamt sollte man sich vor Augen halten, dass man es hier mit einer trashigen Horrorkomödie zu tun hat und nicht mit einem bierernsten Horrorfilm. Klar, manche Geschichten haben einen etwas ernsteren Grundton, sind dann andererseits wieder so over-the-top, dass man sich das Schmunzeln doch nicht verkneifen kann. Neben der oben genanten gehören noch "Grim Grinning Ghost", "The Ransom of Rusty Rex" und "Bad Seed" zu den besseren Episoden.

Bild und Ton sind für einen Film mit vergleichsweise eher geringem Budget ziemlich gut und wirken zu keiner Zeit billig. Die Set-Beleuchtung und das -Design sind ebenfalls gut gewählt und tragen zum angemessenen Halloween-Feeling bei. Mit Extras hat man dann allerdings doch etwas gegeizt und außer einer Trailershow nichts weiter beigesteuert.

Fazit:
Sollte man sehen, wenn man auf der Suche nach dem passenden Halloween Partyfilm ist. Dadurch, dass die Geschichten nie sonderlich lange dauern, ist "Tales of Halloween" kurzweilig und unterhaltsam. Für den Fernsehabend allein zu Hause sind die Storys allerdings etwas zu dünn. Insgesamt ein Anthology Film, der sicher kein Meisterstück ist, aber als Vergnügung zwischendurch ganz ok.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Samstag, 1. Oktober 2016

Ghosthouse Inc. News Oktober 2016

Der Oktober ist nicht nur der Beginn der dunklen Jahreszeit, nein, auch das größte Fest für alle Horrorfreunde steht ins Haus: Halloween. Passend dazu werden wir uns diesen Monat mal ein paar Filme anschauen, die sich thematisch in diese Richtung bewegen. Solltet ihr also noch auf der Suche nach dem richtigen Film für die kommende Halloweenparty sein, vielleicht ist ja hier genau das Richtige dabei. Morgen geht es los!

Montag, 26. September 2016

Die Munsters - Die Rückkehr der Familie Frankenstein

Fakten:
Originaltitel: The Munsters Revenge
Länge: 92 Min.
Erscheinungsjahr: 1981
Produktionsland: USA
Regie: Don Weis
Darsteller: Fred Gwynne, Al Lewis, Yvonne De Carlo
Vertrieb: Koch Media (DVD)
FSK: 6
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Unverhofft steht plötzlich die Polizei vor dem Haus der Munsters- Familie. Die Beamten nehmen Herman und Grandpa fest. Sie werden beschuldigt, mehrere Juweliergeschäfte ausgeraubt zu haben und wurden scheinbar zweifelsfrei identifiziert. Um ihre Unschuld zu beweisen, müssen die Munsters selbst Nachforschungen anstellen und kommen schon bald einer Verschwörung auf die Schliche: Der teuflische Dr. Diablo hat Roboter entwickelt, die den Munsters bis aufs Haar gleichen.

Filmbesprechung:
Das ist sie also, die DVD des letzten „The Munsters“ Film in Originalbesetzung. Zugegeben, fast Originalbesetzung. Die Rollen von Marilyn und Eddie werden von anderen Darstellern verkörpert, da die Originalschauspieler 15 Jahre nach dem Ende der Show ihrer Rollen als Kinder der Familie doch ein wenig entwachsen waren. Herman, Grandpa und Lily werden allerdings weiter von Fred Gwynne, Al Lewis und Yvonne De Carlo verkörpert. Eigentlich sollte die TV-Show mit diesem Film wiederbelebt werden, aufgrund fehlender Einschaltquoten kam es leider nie dazu.

Am Anfang des Films wirken die Gags noch ein wenig erzwungen, im späteren Verlauf wird es aber sehr abstrus und abgedreht. Also genau das, was man vom den Munsters erwartet. Das Gespann Fred Gwynne und Al Lewis läuft wieder zu alter Hochform auf und liefert eine äußerst unterhaltsame Vorstellung. Allerdings wirkt K. C. Martel als Eddie Munster ein wenig zu spießig und hat nicht viel mit Butch Patrick (dem Original Eddie) gemein. Vielleicht wurde seine Rolle auch deshalb recht klein gehalten.

Das Bild des Films geht in Ordnung, ist aber für die vorliegende Veröffentlichung nicht remastered worden. Auch die Extras fallen mit einem Trailer und einer Bildergalerie ein wenig mau aus. Das sind aber schon alle Kritikpunkte, die den Filmgenuss auch nicht weiter trügen.

Fazit:
Sollte man sehen, wenn man Fan von „Americas first family of fright“ ist, aber auch alle, die Lust auf eine leicht zu konsumierende Gruselkomödie haben, können mal ein Auge riskieren.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Dienstag, 13. September 2016

Vampyros Lesbos

Fakten:
Originaltitel: Vampyros Lesbos
Länge: 89 Min.
Erscheinungsjahr: 1971
Produktionsland: Spanien / Deutschland
Regie: Jess Franco
Darsteller: Soledad Miranda, Ewa Strömberg, Dennis Price, Paul Müller
Vertrieb: Severin (Englische Blu Ray)
FSK: 18
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Die junge Amerikanerin Lucy Westinghouse wird von rätselhaften Träumen heimgesucht, in der ihr immer eine junge, hübsche Frau begegnet. Die geheimnisvolle, sinnliche Schönheit scheint Lucy fortwährend in ihren Bann zu ziehen. Eines Tages wird sie aus geschäftlichen Gründen auf die kleinasiatischen Inseln geschickt, um das Erbe einer mysteriösen Prinzessin zu verwalten. Dort lauert eine Überraschung auf Lucy, denn die Prinzessin entpuppt sich als die Frau aus ihren Träumen. In den folgenden Tagen lernt Lucy nicht nur Schrecken, sondern auch pure Leidenschaft kennen...

Filmbesprechung:
Jess Franco war ein Regisseur, der definitiv die Gemüter spaltete. Die einen sehen seine Filme als reine Schundstreifen, die anderen vergöttern ihn als den König des Trash-Films. "Vampyros Lesbos" gilt als sein persönliches Opus Magnum und als einer der Kultfilme des europäischen Explotation-Kinos. Zudem zählt Franco definitiv zu den umtriebigsten Regisseuren seiner Zeit. Teilweise brachte er mehr als 10 Filme pro Jahr raus und kommt in seiner Karriere auf insgesamt 203 Regiearbeiten. Wer hier einen reinen Horrorfilm erwartet wird allerdings enttäuscht werden. Vielmehr ist es ein Mix aus ziemlich simpel gestrickter Vampirgeschichte, surrealen Elementen und Softsexszenen.

"Vampyros Lesbos" ist sicher kein Meisterwerk, was von manchen Menschen gerne attestiert wird. Leute, die sich auf einen Film von Jess Franco einlassen, erwarten aber sicher auch keine hoch intellektuelle Unterhaltung. Jedoch kann der Film für sich einen gewissen Reiz verbuchen. Gerade die surrealen Elemente stehen dem Film ziemlich gut und er baut eine fast schon traumartige oder psychedelische Atmosphäre auf. Man merkt "Vampyros Lesbos" zu jeder Minute an, aus welcher Zeit er stammt. Dementsprechend ist das Tempo des Films auch sehr langsam. Die Story ist recht dünn und wird von Franco ganz einfach mit viel nackter Haut gefüllt. Die Leistung der Schauspieler ist sicher nicht oscarreif, gerade aus diesem Genre ist man allerdings viel Schlimmeres gewohnt.

Das Bild wurde für die vorliegende englische Blu Ray in HD remastert, sieht für das Alter des Films unglaublich gut aus und kann mit sehr satten Farben aufwarten. Leider kann man solch positive Sachen nicht immer von der Kameraarbeit behaupten. Manche Szenen wirken absolut unscharf und verschwommen und beim Ranzoomen wackelt es oft in alle erdenklichen Richtungen. Trotz der teilweise ziemlich dilettantischen Kameraführung wurden hier des Öfteren wunderschöne Bilder eingefangen, die, mit dem Soundtrack zusammen, sehr stark zur Atmosphäre des Films beitragen. Abgerundet wird die Blu Ray mit einigen interessanten Extras zu Film, Regisseur und Schauspielern. Erwähnenswert ist noch, dass die Blu Ray nur die deutsche Tonspur beinhaltet.

Fazit:
Sollte man sehen, wenn man sich bewusst ist, worauf man sich einlässt und mit solchen Filmen etwas anfangen kann. Man sollte "Vampyros Lesbos" einfach als das nehmen, was es ist, eine Mischung aus Kunst und Trash, die ein Zeitdokument darstellt.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Freitag, 2. September 2016

It Follows

Fakten:
Originaltitel: It Follows
Länge: 100 Min.
Erscheinungsjahr: 2015
Produktionsland: USA
Regie: David Robert Mitchell
Darsteller: Maika Monroe, Keir Gilchrist, Olivia Luccardi
Vertrieb: Weltkino Filmverleih GmbH (Blu Ray)
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Nach einem Date am Strand hat Jay zum ersten Mal Sex mit ihrem neuen Freund Hugh. Danach erzählt er ihr, dass sie nun unter einem Fluch stehe. Ihm wurde es von seiner letzten Geschlechtspartnerin angehängt und er hat es nun an Sie weitergegeben. Jay wird fortan vom einem Wesen verfolgt, das immer neue Gestalten annimmt. Ihr stellt sich nun die Frage, gibt sie den Fluch ebenfalls weiter oder findet sie einen Weg "es" zu töten.

Filmbesprechung:
Der independent Film "It Follows" wurde nach seiner Veröffentlichung 2015 von einer Welle Lobeshymnen überschüttet und als das Genre-Highlight des Jahres gefeiert. Produziert mit einem vergleichsweise recht kleinem Budget, gelang Regisseur David Robert Mitchell ein Film, der seinen Hut vor den Klassikern der 70er und 80er Jahre zieht und auf der anderen Seite eine unglaublich eigenständige Produktion ist. Immer wieder begegnet man im Laufe des Films Anspielungen an bekannte Vorläufer wie "Halloween", "Nightmare on Elmstreet" und anderen. Auch die Musik von "Disasterpeace" trägt sehr viel zur Atmosphäre bei und ist eine gute Mischung aus alt und modern. Hin und wieder fühlt man sich an einen John Carpenter Soundtrack erinnert.

"It Follows" geht mit einem sehr langsamen und ruhigen Tempo voran, hält aber über seine komplette Laufzeit eine subtile und schaurige Spannung aufrecht. Auch offeriert der Film nicht immer direkte Antworten auf einige aufkommende Fragen, sondern "spricht" mehr durch seine Bilder. Das mag nicht immer einfach zu verstehen sein, passt aber zu der Subtilität der Story. Und auch sonst muss sich das Auge nicht langweilen. Die hier eingefangenen Bilder, Kamerafahrten und -einstellungen sind nicht nur unglaublich schön anzusehen, sondern auch sehr detailliert gewählt. Die Farben wirken sehr satt und die Qualität des Bildes ist exzellent.

Auffällig ist, dass man nicht genau einordnen kann, zu welcher Zeit der Film spielt. Vom Settdesign her könnte man irgendwo in den 70er oder 80er Jahren sein. Dafür sprechen die Röhrenfernseher und recht altbacken wirkenden Möbel. Einer der Darsteller ist allerdings immer wieder mit einem eBook-Reader zu sehen, was diese Vermutung dann widerlegt. Vielleicht ist diese Ambivalenz auch absichtlich gewählt, um einerseits ein Hommage an die bereits oben erwähnten Klassiker darzustellen und andererseits zu sagen, eigentlich ist es egal, zu welcher Zeit der Film spielt, dieser Fluch kann dich immer und überall treffen. Bei der sexuellen Thematik kommt einem gleich auch der Gedanke an das typische "Kein Sex vor der Ehe"-Thema, was gerade in Amerika noch immer sehr beliebt ist. Mitchell verarbeitet diesen Aspekt allerdings ohne eine Wertung vorzunehmen, was der Story sehr gut zu Gesicht steht und so den üblichen Verfall in Klischees verhindert.

Fazit:
Sollte man sehen, wenn man mal wieder Lust auf einen stylischen, subtilen und schaurigen Film hat, der eine unglaubliche Spannung erzeugt und dem Genre neues Leben einhaucht. All die Lorbeeren, die der Film geerntet hat, sind schon gerechtfertigt und man kann ihn uneingeschränkt weiter empfehlen.
Gesamtwertung:



Filmtrailer: