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Freitag, 16. Juni 2017

The Loreley's Grasp

Fakten:
Originaltitel: Las garras de Lorelei
Länge: 85 Min.
Erscheinungsjahr: 1974
Produktionsland: Spanien
Regie: Amando de Ossorio
Darsteller: Tony Kendall, Helga Liné, Silvia Tortosa
Vertrieb: Alive - Vertrieb und Marketing (Blu Ray)
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

In einer Kleinstadt am Rhein wird eine junge Frau tot aufgefunden, deren Herz herausgerissen wurde. Man macht für die Tat einen Wolf oder Bären verantwortlich. Nach weiteren ähnlichen Todesfällen wird der Jäger Sirgurd beauftragt, das örtliche Mädchenpensionat zu beschützen und das Tier zu erlegen. Bevor es soweit kommt, lernt er die schöne Loreley kennen. Er verliebt sich in sie, obwohl sie ihm mitteilt, die legendäre Sagengestalt zu sein.

Filmbesprechung:
Anfang bis Mitte der Siebziger Jahre erlebte der Euro-Horror einen wahren Boom, als die Exploitationfilm-Welle immer mehr Menschen begeisterte. Während aus Italien eine Flut vom Giallo Filmen den Markt eroberte, setzten die Spanier auf Horror. Angefangen von Narciso Ibanez Serradors "Das Versteck - Angst und Mord im Mädcheninternat" von 1969, über Pauls Naschys Dutzende von Filmen mit den "klassischen Monstern" wie Dracula, Frankenstein oder der Mumie, hin zu dem Trash-König Jess Franco. Eine weitere sehr bekannte spanische Serie aus dieser Zeit war auch die vierteilige "Reitende Leichen" Reihe von Amando de Ossorio, der daneben nur sehr wenige andere Filme drehte. Einer dieser anderen Filme ist der vorliegende "The Loreley's Grasp", den man fast schon als vergessenen Film dieser Zeit beschreiben könnte.

Das Budget für Filme dieser Art war damals sehr gering und da bildet auch "The Loreley's Grasp" keine Ausnahme. Die Schauspieler sind furchtbar, die Dialoge selten dämlich und die Effekte lachhaft. Wenn man einen Trashfilm einlegt, sollte einem allerdings auch bewusst sein, worauf man sich einlässt. Und mit diesem Bewusstsein kann man "The Loreley's Grasp" wirklich genießen, da er einfach Spaß macht und kurzweilige Unterhaltung bietet. Man weiß von de Ossorio, dass er ein passionierter Filmemacher war, der allerdings immer darunter leiden musste nicht genug Geld für seine Drehs zur Verfügung zu haben. Aus diesem Grund sind viele seiner Filme sicher unfreiwillig komisch geworden und es war einer der Auslöser, die ihn Mitte der 80er Jahre zum Rückzug aus dem Filmgeschäft veranlassten.

Das Bild der Blu Ray ist für einen Film diesen Alters ausgesprochen gut und auch die prächtigen Farben können sich sehen lassen. Diese Veröffentlichung von "Alive - Vertrieb und Marketing" ist die erste offizielle deutsche Ausgabe von "The Loreley's Grasp". Der Film fand nach seiner Fertigstellung niemals einen deutschen Vertrieb. Auch die deutsche Synchronisation wurde erst 2012 von einem österreichischen Vertrieb angefertigt, dafür allerdings sogar im 70er Jahre Stil. Das heißt, sie wurde dem Charakter des Films angepasst und wirkt ebenfalls recht trashig.

Fazit:
Man mag über Exploitationfilme denken, was man will, aber "The Loreley's Grasp" sollte jeden Freund des Trashfilms überzeugen. Trotz eines Schauspielers im Gummi-Echsen-Kostüm, billig wirkender Gore Effekte und Dialogen, die einen nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen, erzeugt der Film eine wunderbare Atmosphäre. Vielleicht auch, weil die Loreley Geschichte nicht so ausgetreten ist, wie beispielsweise ein Zombie oder Dracula Film. Wer kein Problem mit genannten Kritikpunkten hat, wird sicherlich gut unterhalten.
Gesamtwertung:


Filmtrailer:

Donnerstag, 2. Februar 2017

Lisa and the Devil

Fakten:
Originaltitel: Lisa e il diavolo
Länge: 96 Min.
Erscheinungsjahr: 1973
Produktionsland: Italien / Spanien
Regie: Mario Bava
Darsteller: Telly Savalas, Elke Sommer,Sylva Koscina
Vertrieb: Arrow Video (Englisches Blu Ray & DVD Dual Set)
FSK: 18
Ungeschnitten: Ja


Fiktion:

Die Touristin Lisa Reiner entfernt sich bei einer Sightseeingtour im spanischen Toledo von der Gruppe und verirrt sich. Aus den kleinen Gassen der Stadt scheint kein Weg zurück zum Markplatz zu führen. So zieht sie durch die menschenleeren Straßen, bis sie auf ein Auto trifft. Zusammen mit einem reichen Ehepaar und deren Chauffeur übernachtet sie nach einer Reifenpanne in einer mysteriösen Villa, die einer seltsamen Gräfin und ihrem sonderbaren Sohn gehört. Während ihres nächtlichen Aufenthaltes ereignen sich geheimnisvolle Dinge, die Lisas Neugier wecken.

Filmbesprechung:
"Lisa and the devil" wird oft als traumartiger Film bezeichnet, den Mario Bava nach dem Verlust seines amerikanischen Vertriebsdeals ohne kommerzielle Vorgaben nach seinen eigenen Vorstellungen verwirklichen konnte. Das Ergebnis ist ein sich anfangs recht langsam aufbauender Film, der erst im letzten Drittel richtig Fahrt aufnimmt. Telly Savalas, vielen sicher noch als "Kojak" bekannt, spielt den finsteren Leandro. Er überzeugt in der Rolle auf ganzer Linie und trägt den Film maßgeblich. Nachdem Elke Sommer in dem im Jahr zuvor gedrehten "Baron Blood" eine gar fürchterliche Vorstellung ablieferte, kommt man hier zumindest in den Genuss einer annehmbaren schauspielerischen Leistung von ihr.

Einen leichten Stand hatte "Lisa and the Devil" nach seiner Fertigstellung nicht. Trotz guter Kritiken bei einzelnen Vorführungen fand sich kein Vertrieb für den Film und Bavas Version lag Jahre lang auf Eis. Aus lauter Verzweiflung wurden 1975 zusätzliche Szenen gedreht, um eine "Der Exorzist"-Nachmache zu veröffentlichen und auf dessen Erfolgswelle mitzuschwimmen. Der Film wurde dann unter dem Namen "The House of Exorcism" (Ebenfalls auf diesem Blu Ray / DVD Set enthalten) veröffentlicht und ließ die Originalgeschichte des Films als etwas erscheinen, was die vom Teufel besessene Lisa träumt. Das Ergebnis wirkt teils recht albern und man entschied sich auch für ein komplett anderes Ende, um mehr auf die Exorzistengeschichte einzugehen. Bava hielt von dieser Version überhaupt nichts und tauchte nicht mal mehr als Regisseur in den Kredits auf.

Beim Restaurieren des Bildes hat sich Arrow Video diesmal anscheinend nicht so viel Mühe gegeben, wie bei den anderen Mario Bava Veröffentlichungen. Gerade in den dunkleren Szenen wirkt es oft grobkörnig und Verwaschen. Vielleicht liegt es aber auch mehr am Ausgangsmaterial des Films, der in seiner Urform erst in den 80er Jahren eine Veröffentlichung fand. Auch der (englische) Ton ist nicht besonders gut und variiert oft in der Lautstärke. Da kann der durchaus schwächere "The House of Exorcism" etwas mehr punkten, hier sind der Ton und das Bild etwas besser. Bei Mario Bavas Kameraarbeit fällt auf, dass er seine früheren Trademarks hier nicht mehr all zu oft durchscheinen lässt. Klar, die Regiearbeit ist immer noch mehr als solide, aber seine berühmten Spiele mit Licht oder spezielle Kameraeinstellungen kommen nur noch hin und wieder durch.

Fazit:
Sollte man sehen. Der Film beginnt etwas langsam und kann während dessen leider nicht immer die Spannung halten, wenn im letzten Drittel dann allerdings alle Fäden zusammenlaufen, schöpft Bava noch einmal aus den Vollen und bringt die Markenzeichen seiner Regiearbeit wieder zum Vorschein. Die Story ist teils etwas verwirrend und baut eine fast schon psychedelische Atmosphäre auf, was dem Film sehr gut steht. Während des Films könnte man die Vermutung bekommen am Schluss enttäuscht zu werden, das Ende lässt einen dann aber alle Zweifel über Bord werfen. "The House of Exorcism" ist eine nette Ergänzung, um die Veröffentlichungsgeschichte des Films zu verstehen, allerdings kein besonders hervorzuhebender Film.
Gesamtwertung:



Filmtrailer: