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Dienstag, 17. April 2018

Die Tochter des Teufels

Fakten:
Originaltitel: The Blackcoat's Daughter
Länge: 95 Min.
Erscheinungsjahr: 2015
Produktionsland: Canada, USA
Regie: Oz Perkins
Darsteller: Emma Roberts, Kiernan Shipka, Lucy Boynton
Vertrieb: Koch Media GmbH (Blu Ray)
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Während ihre Mitschülerinnen über die Winterferien nach Hause fahren, warten Kat und Rose im katholischen Mädcheninternat Bramford vergeblich auf die Ankunft ihrer Eltern. Mit zwei alten Betreuerinnen bleiben sie allein in der abgelegenen Privatschule zurück. Während Rose dies für ein nächtliches Treffen mit ihrem Freund nutzt, um ihm beizubringen, dass sie eventuell schwanger ist, setzt Kat das Alleinsein an dem Ort mehr und mehr zu: Düstere Albträume, unheilvolle Visionen und mysteriöse Anrufe verfolgen sie.

Filmbesprechung:
"Die Tochter des Teufels" erschien eigentlich bereits 2015, damals unter dem Titel "February". Nach einigen Festivalvorführungen bekam der Film Anfang 2017 auch eine größere Veröffentlichung im Heimkinobereich, diesmal unter dem Namen "The Blackcoats Daughter", wie er im Original heißt. Es ist das Regiedebüt von Oz Perkins, Sohn von Anthony Perkins aka Norman Bates aus Psycho. Und Perkins macht es dem Zuschauer hier nicht besonders leicht. Wer einen actiongeladenen Horrorfilm erwartet, wird enttäuscht. Wer sich allerdings auf einen atmosphärischen Thriller mit Drama- und Horroranleihen einlassen kann, wird mit einem wirklich gelungenen Film belohnt.

Über drei verschiedene Erzählstränge fügt sich die Geschichte nach und nach zusammen. Da ist zum einen Kat, deren Eltern nicht erscheinen, um sie abzuholen. Rose hat ihren Eltern absichtlich den falschen Termin genannt, damit sie mit ihrem Freund über ihre vermutete Schwangerschaft sprechen kann. Und als Drittes ist da noch Joan, die gerade auf dem Weg zum Internat ist. "Die Tochter des Teufels" legt eine einzigartige Atmosphäre an den Tag, da der Film zum einen unglaublich beruhigend wirkt, von der Handlung und den Dialogen sehr minimalistisch ist, und auf der anderen Seite eine sehr subtile Spannung mit sich trägt, die sich durch den kompletten Film zieht. Und gerade hier könnte der Grund liegen, warum der Film auch sehr viele schlechte Kritiken einheimste. Die Tatsache, dass nicht sonderlich viel passiert und die Geschichte nicht gradlinig erzählt wird, dürfte viele Zuschauer abschrecken, die auf eine simple Unterhaltung gehofft hatten. Wer sich allerdings darauf einlässt und das Puzzel zusammensetzt, wird feststellen, dass "The Blackcoats Daughter" ein sehr intelligenter und ausgeklügelter Film ist.

Auch die Schauspieler können hier auf ganzer Linie überzeugen. Emma Roberts dürfte einige vielleicht aus "American Horror Story" bekannt sein, wohingegen Kiernan Shipka und Lucy Boynton doch noch eher unbekannte Gesichter sind. Trotzdem liefern alle drei gleichwohl eine überzeugende Leistung ab. Die Cinematography ist dem winterlichen Set angepasst und wirkt kalt und minimalistisch mit vielen statischen Bildern. Dies passt allerdings perfekt zur Geschichte und der Grundstimmung des Films. Auch über das Bild der Koch Media Blu Ray kann man sich nicht beschwerern. Allerdings fallen die Extras mit Trailer und einem ca. 7 minütigem Makeing-Of doch etwas knapp aus.

Fazit:
"Die Tochter des Teufels" ist ein empfehlenswerter Film, der allerdings nicht die breite Masse anspricht. Dafür ist das Tempo zu langsam und die Geschichte zu verworren. Wer Blockbuster-Unterhaltung mit viel Action sucht, wird Oz Perkins Regiedebüt nichts abgewinnen können. Wenn man sich allerdings auf solche Filme einlassen kann und keine Probleme damit hat, nicht alle Lösungen auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, erwartet einen ein wirklich gelungener Film mit spanender Atmosphäre und vielen subtilen Untertönen.
Gesamtwertung:


Filmtrailer:

Freitag, 14. Oktober 2016

Trick ´r Treat (Halloween Filmempfehlungen)

Fakten:
Originaltitel: Trick ´r Treat
Länge: 79 Min.
Erscheinungsjahr: 2007
Produktionsland: USA
Regie: Michael Dougherty
Darsteller: Anna Paquin, Brian Cox, Dylan Baker
Vertrieb: Warner Bros. (Englische DVD)
FSK: 15
Ungeschnitten: Ja



Fiktion:

Halloween in einer ganz normalen amerikanischen Kleinstadt: Der verwitwete Schuldirektor entpuppt sich als Serienkiller, eine als Rotkäppchen verkleidete Jungfrau wird von einem maskierten Unbekannten verfolgt, böse Kids versuchen, einem Außenseiter einen Streich zu spielen und erleben ihr blaues Wunder, während ein verbitterter alter Mann von der Vergangenheit heimgesucht wird. Und über allem wacht der maskierte Sam.

Filmbesprechung:
In vier Geschichten (fünf, wenn man die kurze Einführung mitzählt) erzählt "Trick ´r Treat" von einer, zumindest anfänglich, gewöhnlichen Halloween Nacht in einer typischen amerikanischen Kleinstadt. Dabei sind die Kurzgeschichten nicht nur aneinandergereiht, sonder ineinander verwobenen. Die Storys spielen entweder zeitgleich oder beeinflussen sich gegenseitig. Den Schauspielern merkt man dabei den Spaß an, den sie während der Dreharbeiten hatten. Die schauspielerische Leistung wirkt recht unbeschwert, was dem Film sehr gut steht, da er sich nicht all zu ernst nimmt, gleichzeitig aber auch nicht in Albernheiten verfällt. Zusammengehalten werden die vier Storys von Sam, einem kleinen Wesen in orangenem Overall und mit einem Sack über dem Kopf. Er taucht in jeder Geschichte als eine Art Beobachter auf, bevor er in der letzten selber eine Hauptrolle spielt.

"Trick ´r Treat" ist ein Film, der Halloween zelebriert. Regisseur Michael Dougherty hat seine Hausaufgaben für das Drehbuch gemacht und sich intensiv mit dem Feiertag auseinandergesetzt. So geht man im Laufe der Geschichten auch auf verschiedene Halloween Traditionen ein und wirft etwas Licht auf die Herkunft des Festtages. Die aufkommende Atmosphäre ist äußerst passend und bringt einen in die richtige Stimmung. Das Set Design kann einen gewissen Kitschfaktor nicht von der Hand weisen, genau das erwartet man allerdings auch bei einem solchen Fest. Trotz des Kitschs wirkt der Film keinesfalls billig.

Wirklich schade ist, dass der Film hierzulande nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die ihm zustehen würde. Das merkt man leider auch an der Vermarktung. Die deutsche DVD-Version ist schwierig zu bekommen und wenn, dann nur zu horrenden Preisen. Die hier vorliegende englische DVD ist allerdings ohne Probleme zu beziehen. Bild und Ton sind absolut ok und neben dem Film bekommt man noch allerhand Bonusmaterial, unter anderem ein kurzes Feature über die Mythen und Traditionen von Halloween, in dem auch ein bisschen Making of geboten wird. Ebenfalls enthalten ist Regisseur Michael Doughertys animierter Kurzfilm "Season´s Greetings" von 1996, in dem Sam seinen ersten Auftritt hat.

Fazit:
Sollte man sehen, denn "Trick ´r Treat" ist der ultimative Film für die nächste Halloween Party. Eine passende Atmosphäre, kurzweilige Geschichten und jede Menge makaberer Einfälle machen den Film zu einem stimmigen Gesamtwerk, das jeden Fan dieses Feiertags begeistern sollte.
Gesamtwertung:



Filmtrailer:

Sonntag, 2. Oktober 2016

Tales of Halloween (Halloween Filmempfehlungen)

Fakten:
Originaltitel: Tales of Halloween
Länge: 98 Min.
Erscheinungsjahr: 2015
Produktionsland: USA
Regie: Darren Lynn Bousman, Axelle Carolyn, Adam Gierasch, Andrew Kasch, Neil Marshall, Lucky McKee, Mike Mendez, Dave Parker, Ryan Schifrin, John Skipp, Paul Solet
Darsteller: Grace Phipps, Lin Shaye, Booboo Stewart
Vertrieb: Splendid Film (Blu Ray)
FSK: 16
Ungeschnitten: Ja

Fiktion:

An Halloween, der Nacht vor Allerheiligen, werfen sich die Kinder in der Vorstadt in Verkleidungen und ziehen los, um von den Nachbarn Süßes zu fordern, andernfalls gibt es Saures. Gerne wird dabei das eine oder andere Häuschen mit Eiern eingedeckt, was nicht jeder Bewohner sich ohne weiteres gefallen lässt. Derweil erzählen sich die älteren Jugendlichen gern Schauergeschichten, von denen manche noch am selben Abend wahr werden. Und die Erwachsenen feiern Partys, bei denen sich Kinder zuweilen als störend erweisen.

Filmbesprechung:
Anfang Oktober, der Halloween-Monat hat begonnen. Höchste Zeit sich auf das jährliche Fest der Kürbisse einzustimmen. Mittlerweile gibt es jede Menge themenbezogene Filme rund um Halloween, darunter auch viele Anthology Filme. Was "Tales of Halloween" ein wenig aus der Masse abhebt, ist die Tatsache, dass sich hier gleich ganze elf Regisseure an zehn Kurzgeschichten versucht haben. Eine übergreifende Story, die alle Kurzgeschichten miteinander verbindet, gibt es im vorliegenden Film nicht wirklich. Als verbindendes Element hat man sich eine Radio DJane ausgedacht (im Übrigen verkörpert von Adrienne Barbeau, die in John Carpenters "The Fog" ebenfalls als DJ zu sehen ist), die hin und wieder ein paar Sätze zwischen den Kurzgeschichten erzählt. Allerdings nur bei 3 oder 4 Episoden, ansonsten sind die Geschichten einfach aneinandergereiht worden.

Eines der größten Probleme von "Tales of Halloween" ist auch gleich die Anzahl der Storys, die man hier auf nicht einmal 100 Minuten verteilen wollte. Manche Episoden wirken ziemlich gehetzt oder einfach nur unspektakulär. Vielleicht hätte man sich einen Gefallen getan nur fünf Kurzgeschichten zu nehmen. Die Qualität der Storys variiert ebenfalls sehr stark. Mike Mendezs "Friday the 31th" ist eine wahre Trash-Granate, die wie ein Slasher beginnt, dann aber den Killer selber in Bedrängnis bringt. Diese Episode nimmt sich nicht besonders ernst und macht einfach nur Spaß. Auf der anderen Seite gibt es Segmente wie "Ding Dong" die absolut albern sind und wahrlich grauenhafte Schauspielleistungen zutage fördern. Insgesamt sollte man sich vor Augen halten, dass man es hier mit einer trashigen Horrorkomödie zu tun hat und nicht mit einem bierernsten Horrorfilm. Klar, manche Geschichten haben einen etwas ernsteren Grundton, sind dann andererseits wieder so over-the-top, dass man sich das Schmunzeln doch nicht verkneifen kann. Neben der oben genanten gehören noch "Grim Grinning Ghost", "The Ransom of Rusty Rex" und "Bad Seed" zu den besseren Episoden.

Bild und Ton sind für einen Film mit vergleichsweise eher geringem Budget ziemlich gut und wirken zu keiner Zeit billig. Die Set-Beleuchtung und das -Design sind ebenfalls gut gewählt und tragen zum angemessenen Halloween-Feeling bei. Mit Extras hat man dann allerdings doch etwas gegeizt und außer einer Trailershow nichts weiter beigesteuert.

Fazit:
Sollte man sehen, wenn man auf der Suche nach dem passenden Halloween Partyfilm ist. Dadurch, dass die Geschichten nie sonderlich lange dauern, ist "Tales of Halloween" kurzweilig und unterhaltsam. Für den Fernsehabend allein zu Hause sind die Storys allerdings etwas zu dünn. Insgesamt ein Anthology Film, der sicher kein Meisterstück ist, aber als Vergnügung zwischendurch ganz ok.
Gesamtwertung:



Filmtrailer: